WERKRAUM ZUKUNFT: Entdecken – Gestalten – Gründen: ein Medienwerkstattprojekt zur Gründung einer Schülerfirma an einer Förderschule in Berlin Neukölln

In Kooperation mit dem Erfinder, Designer und Medienpädagogen Matthias Schellenberger (MASCH), der Kuratorin Ulla Giesler von Vincentino e.V. und dem Lehrer Reiner Uhlig (Fachbereich Werken-Arbeit-Technik der Adolf-Reichwein-Schule) erfüllen wir den Wunsch der Förderschule nach dem Aufbau einer praxisorientierten Schülerfirma.

Ziel des zweijährigen Praxisprojektes WERKRAUM ZUKUNFT: Entdecken – Gestalten – Gründen ist es, den Förderschüler*innen die Möglichkeit zu bieten, Handwerksbereiche und Berufsfelder zu erkunden und durch experimentelles Erforschen innovative Produkte zu entwickeln, die auch über die Schule hinauswirken können: hip, modern und anspruchsvoll. Geplant sind zwei Werkstätten pro Woche über zwei Schuljahre im Vormittagsbereich der Schule. Mit dem WERKRAUM ZUKUNFT versuchen wir eine positive Lernumgebung zu schaffen, in der sich Schüler*innen wohlfühlen und motiviert sind, eigene Fähigkeiten und die Welt zu entdecken. Die übergeordnete Idee ist, sich mit ihnen auf eine Reise zu begeben, eine Schülerfirma zu gründen. Wir möchten damit die Kinder und Jugendlichen nach dem Motto des Namensgeber der Schule, dem Reformpädagogen Adolf Reichwein „Was die Hand geschaffen hat, begreift der Kopf umso leichter“ auf ein selbstständiges Leben mit Berufszielen vorbereiten.

Projektinhalte:

  • Experimentieren und Entdecken: Die Schüler*innen erproben im WERKRAUM ZUKUNFT moderne Tools und Materialien und loten aus, welche Produkte attraktiv sein könnten.
  • Learning by Doing: Sie lernen Techniken und Verfahren wie z.B. Siebdruck oder den Umgang mit dem Lasercutter und Gravierer. Durch praktisches Tun probieren die Kinder und Jugendlichen sich aus, finden ihre Stärken heraus und werden unterstützt, kreative Ideen entstehen zulassen.
  • Erprobung von Geschäftsideen: In der Gruppenarbeit, gemeinsam mit MASCH und Reiner Uhlig entwickeln sie Produktideen und erkunden Möglichkeiten zur Vermarktung: einen Stand auf Neuköllner Kiez-Festen, ein Online-Webshop oder andere Wege, um ihre Erzeugnisse und Ideen zu lancieren.
  • Wirtschaftliches Know-how: Unterstützt durch Senior-Mentor*innen aus dem Kreis des Vereins Vincentino und dem WAT-Lehrer erhalten die Schüler*innen Einblicke in BWL-Grundlagen und lernen Marketingstrategien und Unternehmensführung kennen.
  • DIY-Ansatz und Medienarbeit: Aufbauend auf vorausgegangene DIY-Werkstätten werden Produkte und Bausätze entwickelt. Die Schüler*innen erstellen auch Tutorials für den Eigenbau, so werden sie medial aktiv und erweitern ihre digitalen Kompetenzen.
  • Am Ende der zwei Jahre soll ein nachhaltiges Konzept für eine Schülerfirma stehen, das durch die Lehrer*innen und Schüler*innen der Schule weitergeführt werden kann.

Mit dem WERKRAUM ZUKUNFT: Entdecken – Gestalten – Gründen erhalten die Schüler*innen Chancen, aus ihren Ideen reale Produkte zu formen und einen Schritt in Richtung Selbstwirksamkeit und Berufs-orientierung zu gehen. Die Schule und die Schüler*innen werden als kreativer Ort und Gestalter*innen sichtbar.

Projektphasen:

Das Projekt WERKRAUM ZUKUNFT erstreckt sich über zwei Schuljahre mit wöchentlich zwei Einheiten von je 90 Minuten mit je 8-15 ausgewählten Schüler*innen.

Phase 1: Entdecken & Gestalten - 1.SHJ 25/26

Die Schüler*innen sammeln Ideen, experimentieren und entwickeln Produktprototypen, DIY-Bausätze und Erklärvideos = Phase des Ausprobierens, welche Produkte auf Interesse stoßen und Absatzpotenzial haben (Test z.B. beim Rixdorfer Weihnachtsmarkt).

Phase 2: Gestalten & Gründen - 2.SHJ 25/26

Praktischen Erfahrungen werden um wirtschaftliche/rechtliche Aspekte mit Preiskalkulation und Logistik erweitert: Zu welchem Preis kann ein Produkt angeboten werden? Welche Versandoptionen sind realistisch? Absatzmöglichkeiten ausprobieren, z.B. ein Etsy-Shop. Außenauftritt der Schülerfirma planen: Was muss bei der Gründung einer Schülerfirma beachtet werden? Wie wird das Branding gestaltet, z.B. ein Logo, Art der Verpackung, Storytelling auf der Webseite? Wir visieren auch einen Besuch der Schüler-firmen-Messe in Berlin an.

Phase 3: Betrieb der Schülerfirma - 1.SHJ 26/27

Produktion und Vertrieb stehen im Fokus. Bei der Herstellung der Produkte, der Bestückung eines PopUp-Ladens und/oder der Pflege des Online-Shops werden sich Herausforderungen zeigen und nach entsprech-enden Lösungen gesucht.

Phase 4: Verstetigung des Projektes - 2.SHJ 26/27

Laufende Aufgaben der Schülerfirma werden getestet. Die Zukunft wird geplant: Wer übernimmt welche Rolle dabei?

 

Projektleitung und weitere Akteure:

Der Künstler/Medienprofi Matthias Schellenberger gestaltete bereits erfolgreiche Projekte an der Schule. Er wird die wöchentlichen Projektstunden im WERKRAUM ZUKUNFT federführend gemeinsam mit dem WAT-Lehrer Reiner Uhlig leiten und die Schüler*innen für das Projekt begeistern. Vincentino wird weitere Schnittstellen für ein generationsübergreifendes Lernen mit Senior-Experts schaffen, die unternehmerisches Erfahrungswissen mit den Schüler*innen teilen. Interkulturellen Input geben Gastdozent*innen, z.B. ein südafrikanischer Instrumentenbauer.

Wir danken Bild e.V. EIn Herz für Kinder für die Unterstützung.

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