Projektbericht zum Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur im Schuljahr 2025/26 in der Medienwerkstatt von Vincentino e.V.an der Adolf-Reichwein-Schule. Unser Freiwilliger Vincent Moisich berichtet:

Ich habe mein FSJ-Kultur beim Berliner Verein Vincentino e.V.. gemacht, der seit 2008 kulturelle Bildungsprojekte an Berliner Schulen durchführt. Unter dem Motto „Kultur stärkt Kinder in Berlin“ setzt sich der Verein dafür ein, dass Kinder und Jugendliche durch Kunst, Medien und Musik Selbstvertrauen kriegen und etwas Neues dazu lernen. Meine Einsatzstelle war die Medienwerkstatt an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Neukölln. Die Schule kenne ich noch von früher, weil ich selbst dort vor meinem FSJ war und meinen Abschluss gemacht habe. Die Medienwerkstatt gibt es dort seit 15 Jahren und wird von Vincentino sehr gefördert. Die Medienwerkstatt leitet Matthias Schellenberger, den aber alle Masch (mit Abkürzung) nennen. Ich kannte Masch schon gut aus meiner Schulzeit an der ARS und mir hat die Zusammenarbeit mit ihm viel Spaß gemacht.

Meine Aufgabenbereiche lagen hauptsächlich in der handwerklichen Mitarbeit und der Begleitung der Workshops mit den Schüler*innen. Ich habe bei der Herstellung von Bausätzen aus Sperrholz mit dem Lasercutter in der Werkstatt gearbeitet und auch zum Beispiel selbstgebaute Musikinstrumente hergestellt, die wir später auch in den Workshops im Schulunterricht verwendet haben, vor allem die Trommeln und Kalimbas.

Ich habe die Schüler*innen auch am Lasercutter unterstützt und habe ihnen ein paar Grundlagen mit dem Material gezeigt und auch sicherheitsmäßig etwas erklärt. Ich habe den Kindern und Jugendlichen ausserdem auch beim Basteln von Instrumenten (vor allem Kalimbas) oder ihren Minecraft Figuren geholfen, die wir später gebaut haben. Ausserdem habe ich ihnen auch etwas von der Arbeit am Tablet mit Videoschnitt und Trickfilm gezeigt und geholfen Holzfiguren gemeinsam mit mir bauen und gestalten. Ich habe den Kindern dann auch die Funktion von Stop-Motion gezeigt. Dabei wird eine Figur für jedes Einzelbild minimal bewegt, sodass im fertigen Film eine Bewegung erscheint. Ich habe dafür mein Smartphone und die App „Stop Motion Studio“ verwendet. Die Schüler*innen haben dabei auch gelernt, wie sie die Anzahl der Einzelbilder so anpassen, dass möglichst eine flüssige Animation entsteht. Die Herstellung der Figuren und die Möglichkeiten, damit Trickfilme zu machen, hat allen in der ARS gut gefallen.

Wir haben auch ein mobiles Greenscreen-Studio gebaut. Die Holzfiguren habe ich dann zum großen Teil vor dem grünen Hintergrund animiert. Für die Postproduktion habe ich die Videoschnitt-App „KineMaster“ genutzt. Ich habe den Schüler*innen auch gezeigt, wie man mit der „KineMaster“ App und der „Chroma Key“ Funktion den grünen Hintergrund durchsichtig macht und dann einen anderen Hintergrund verwenden kann. Bei meinem Projektfilm habe ich später für den Hintergrund verschiedene Minecraft-Szenen vom Computerspiel verwendet, aber auch andere Hintergründe ausprobiert. In meinem Projektfilm habe ich auch die Funktionen der „KineMaster“ App mit dem „Chroma Key“ Filter erklärt, damit das auch andere Leute mal ausprobieren können.

Von Masch habe ich auch die Grundlagen des Videoschnitts am Computer mit der Software „DaVinci Resolve“ gelernt. Mit dem Programm ist alles umfangreicher und komplizierter als mit der Videoschnitt-App auf dem Tablet, aber es macht auch Spaß und man muss nur länger damit arbeiten, um alles zu verstehen. Ich habe auch für die Holzwerkstatt der ARS ein neues Logo entworfen und meinem früheren Lehrer bei der Erstellung der Schülerzeitung geholfen. Dafür hat er sich auch beim Schulfest kurz vor den Sommerferien auf der Bühne im Schulhof extra bei mir bedankt.

Als eigenes Projekt habe ich mir ein Medienprojekt zum Computerspiel „Minecraft“ überlegt. Es ist ein Thema, dass mich schon lange sehr interessiert und ich dachte, dass es auch bei den Schüler*innen in der ARS gut ankommt. Ich denke überhaupt, man könnte das Computerspiel auch gut im Schulunterricht einsetzen, weil das Bauen auch eher spielerisch ist und das räumliche Denken fördert. Ausserdem muss man auch gut in einem Team arbeiten und sich absprechen, um zusammen etwas zu bauen.

Ich habe verschiedene Gelenkfiguren mit ca. 40 cm Höhe aus Sperrholz gebaut.Die Einzelteile der Figuren wurden mit dem Lasercutter ausgeschnitten.Die Figuren sind an den Gelenken der Arme und Beine beweglich und die Gelenke lassen sich auch genau mit einem Schraubenzieher und Schraubenschlüssel einstellen. Die einzelnen Gliedmaßen kann man also sehr gut für den Trickfilm bewegen. Die vielen Einzelteile der Figuren kommen von einem Vektorprogramm und wir haben mit der Lasercutter Software „Lightburn“ gearbeitet, um die einzelnen Teile der Datei mit dem Lasercutter auszuschneiden. Aus diesen Holzteilen habe ich dann die Figuren mit Holzleim zusammengebaut. Unter die Beine der Figuren habe ich kleine, aber starke Magnete geklebt, damit man die Figuren auf eine Metallplatte stellen kann und sie dort leicht bewegen kann, ohne dass sie beim Animieren umfallen. Ich habe mir dann auch viel Mühe gegeben, um die Figuren gut zu bemalen. Später habe ich auch noch Gegenstände wie eine Spitzhacke oder einen Speer gebaut, wie man sie aus dem Computerspiel kennt. Die Gegenstände kann man auch mit Magneten an den Figuren befestigen und sie beim Trickfilm einsetzen.

Mich hat auch besonders gefreut, dass bei einem Minigolf-Turnier in einem Berliner Hotel, das von Vincentino organisiert wurde, um Spenden für weitere Schulprojekte zu sammeln, eine Minecraft Figur von mir als einer der Preise vergeben wurde. Die Figur habe ich extra dafür gebaut und das Mädchen, das den Preis gewonnen haben, hat sich sehr darüber gefreut. 

Bei zwei Konzerten von Vincentino mit mehreren Schulen habe ich auch bei der Organisation und beim Aufbau mitgeholfen. Während des Konzertes habe ich auch eine kurze Rede gehalten, bei der es um Musik und Demokratie ging, denn das war auch das Thema in den Schulen, die beteiligt waren. Die Reden kamen gut an und ich habe mich gefreut, dass ich mich das getraut habe.

Ich habe während des FSJ auch immer wieder gezeichnet oder gemalt, was ich auch schon seit einigen Jahren gerne mache. Ich habe dabei auch bei einem Projekt über den Berliner Jazzmusiker Coco Schumann mitgeholfen, das Masch in einer Grundschule mit Kindern aus einer 5. Klasse gemacht hat. Es ging darum, mit einem Podcast an den jüdischen Musiker zu erinnern, der mehrere Konzentrationslager überlebt hat. Ich habe einige Schallplatten-Entwürfe gezeichnet, um den Schüler*innen ein paar Beispiele zu zeigen.

Ein sehr schöner Teil meines FSJ waren für mich auch die Seminarwochen in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl. Ich fand die Zeit vor allem gut, weil ich mit anderen FSJlern in Kontakt treten konnte. Die Workshops fand ich gut und abwechslungsreich und die Gruppenarbeit hat mir auch gut gefallen. Ich fand es super, mit den anderen Musik zu machen, zu malen, zu drucken und vieles mehr. Die Bildungsstätte in Werftpfuhl ist ein schöner Ort und wir hatten auch Zeit für verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wir haben auch zweimal Lagerfeuer gemacht und Werwolf gespielt.

Mein FSJ bei Vincentino war für mich eine sehr gute Erfahrung und es hat mir viel Spaß in der Medienwerkstatt gemacht. Ich konnte auch meine eigenen Ideen umsetzen und wurde dabei von Masch und Vincentino gut unterstützt. Ich konnte auch gut mit den Schüler*innen in der ARS arbeiten und habe viel über verschiedenen Materialien besonders die Holzbearbeitung, den Lasercutter und Videoschnitt gelernt.

Es war für mich ein sehr abwechslungsreiches Jahr mit tollen Seminarwochen. Ich möchte mich bei Masch, Ulla Giesler und Vincentino bedanken und auch bei Jo und den Co-Teamern, die mich während der Zeit des FSJ unterstützt haben. Vielen Dank an Vincentino für die tolle Unterstützung,

Vincent Moisich

Wir freuen uns, dass Du Vincentino und die Medienwerkstatt bereichert hast!

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